Die Umsetzung der 41 052

Am Mittwoch, den 19. September 2001 um 18.15 Uhr rollte die 042 052 - 1 erstmals in ihren neuen Heimatbahnhof, dem Zechenbahnhof Piesberg.
Damit beginnt das dritte Leben der Lok.

Nachfolgend ein Bericht zur Umsetzung.


Die Vorbereitung :
Am 5. Juni um 15.00 bewegte sich nach rund 24 Jahren erstmals wieder die Osnabrücker Denkmallokomotive 042 052 - 1 an der Buerschen Straße. Im Vorfeld der Umsetzung zum Piesberg mußte die Lok rollfähig gemacht werden. In einigen ganztägigen Arbeitseinsätzen wurden die Treibstangen und mit viel Mühe auch die festgerosteten Bremsklötze abmontiert. Desweiteren konnten die Kolben nach einiger Vorarbeit in ihre hintere Grundstellung geschoben werden. Gezogen von einer Seilwinde rollte sie dann erstmals ohne jeglichen Geräusche los.

Die Umsetzung :
Schon früh am morgen des 18. September 2001 waren die beiden Spezialtransporter der Spedition Kübler aus Schwäbisch Hall an der Lok eingetroffen.
Um 7.30 Uhr ging es dann los. Der kleinere der beiden Transporter setzte rückwärts an das Gleisjoch der Denkmallok ran. Unter tatkräftiger Unterstützung der Vereinsmitglieder wurde eine Rampe aufgebaut, abgestützt und ausgerichtet. Mittels Seilwinde wurde dann der Schlepptender langsam über die Rampe auf den Transportwagen gezogen. In Endposition angelangt wurde das Fahrzeug mit Kettenzügen von Mitarbeitern der Spedition gesichert, während die Vereinsmitglieder die Rampe zerlegten. Der Transporter mit dem Schlepptender wurde anschließend auf seinen vorläufigen Abstellplatz gefahren.

Zwischenzeitlich war auch ein weiterer Tieflader mit zwei Gleisjochen auf dem Gelände angelangt. Diese sind am frühen morgen auf unserem Vereinsgelände, dem Zechenbahnhof Piesberg in Osnabrück Pye, von einer weiteren Gruppe Vereinsmitglieder mit unseren Baggerfahrzeugen verladen worden.

Mittlerweile war auch der für die weiteren Arbeiten notwendige Autokran der Berufsfeuerwehr Osnabrück eingetroffen. Nachdem Aufbau lud dieser zunächst die Gleisjoche ab, damit der Transportwagen wegfahren konnte.

Eines der angelieferten Gleisjoche wurde an die Gleisjoche der Denkmallok angelegt. An dieses setzte nun der zweite Transportwagen vorwärts an. Die Zugmaschine wurde vom Transportanhängger getrennt und setzte sich auf das andere Ende. Mit dem Autokran wurde als Verbindung zwischen Gleis und Transportanhänger eine Rampe aus vorgefertigten Stahlrahmen gelegt.
Pünktlich um 12.00 Uhr waren die Arbeiten abgeschlossen.

Auf dem Rasenplatz der Lok stand bereits seit 8.00 Uhr ein Informationsstand unseres Vereines. Gegen 11.00 Uhr kam eine Würstchenbude und ein zum Getränkestand umfunktionierter Feuerwehr Rüstwagen hinzu. Immer mehr Schaulustige fanden sich ein und verfolgten die arbeiten. Unter den Gästen waren viele Vereinsfreunde & Gäste unseres Vereines. Auch ehemalige Lokführer der Baurihe 042 speziell auch der 042 052 - 1 fanden sich ein.
Andere der Anwesenden hatten die 042 052 - 1 noch während der Betriebszeit fotografiert, so das wir hoffen nun doch mehre Betriebsaufnahmen der Lok zu bekommen.
Insgesamt begleiteten mehere hundert Gäste das geschehen. Zahlreiche Vertreter der Presse und Rundfunk (u.a. Neue Osnabrücker Zeitung, Deutsche Presse Agentur, NDR, Rado FFN, Radio Antenne, Radio RST) waren anwesend und berichteten über dieses einmalige Spektakel.

Nachdem um 12.30 Uhr Kulturdezernet der Stadt Osnabrück, Herr Sliwka, sowie Vertreter der Bürgervereine Schinkel und Schinkel Ost anwesend waren, versammleten sich alle beteiligten zum “Gruppenbild mit Lok”.

Anschließend sprachen o.g. Personen und der Vorsitzende unseres Vereines, Albert Merseburger, einige kurze Worte zum Abschied der Lok aus dem Stadtteil Schinkel und sprachen alle die Hoffnung aus, das der Abschied auch ein Neuanfang ist und die Lok nicht nur rollfähig hergerichtet wird sondern eines Tages mit eigener Kraft durch den Satdteil Schinkel dampft !
Vielen schwebte hierfür als Termin die vielleicht 2013 in Osnabrück stattfindende Bundesgartenschau vor....

Nachdem alle Reden beendet waren, gab der Kulturdezernet den Startschuss für 100 Liter Freibier und nichtalkoholische Getränke, die von Stadt Osnabrück, Osnabrücker Dampflokfreunden und den beiden Bürgervereinen als Abschiedsgeschenk an die Bürger gespendet wurden.
Die Mitarbeiter unseres Vereines machten sich nun daran für die Verladung der Dampflok alle Besucher hinter der Absperrung zu bewegen. Nachdem alle Besucher in sicherer Entfernung standen, wurde das an der Lok angebrachte Stahlseil mit einer Motorwinde angezogen und um 13.00 Uhr rollte die 042 052 - 1 zum letztenmal auf ihren Gleisjoch, unter dem Beifall der Anweswenden, los. Nach rund 20 Minuten war die Lok verladen und gesichert. Die Rampe und Gleisjoche wurden abgebaut, Das Transportfahrzeug zusammengebaut und in Position gebracht.

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Der Transport :
Um 24.00 Uhr setzte sich die Transportkolonne in Bewegung :
Zwei Streifenwagen der Polizei zur Kreuzungsabsicherung, ein Rüst- / und Werkstattwagen des Vereines (Unser Mitglied Thomas Krüger stellte hierfür freundlicherweise seinen Firmenwagen zur Verfügung), ein PKW mit Anhänger (Beladen mit meheren Leitern zur örtlichen Drehung von Ampeln und Verkehrsschildern), Transporter mit dem Schlepptender, Transporter mit Lok, Begleitfahrzeug der Spedition, diverse PKW von Vereinsmitgliedern die für Film - und Fotoaufnahmen sowie die leibliche Verpflegung der ganzen Truppe sorgten.
Viele Schaulustige verfolgten den Transport durch die Stadt. Von der Buerschen Straße ging es über Mindener Straße, Heiligen Weg, Nordstraße, Bremer Straße zum Ickerweg.
Nach nur einer Stunde und nur einer kurzen Pause zum Ampel drehen traf der Transport am Bahnübergang Ickerweg ein. Dort musste nun auf den Mitarbeiter von DB Netz gewartet werden, der die Abschaltung und Erdung der Oberleitung übernimmt. Eine Anhebung war nicht nötig, da der Transport 5.50 m Höhe hat und die Oberleitung auf 6 m liegt.
Gegen 3 Uhr war es endlich soweit und wir konnten den Weg über Vehrter Landstraße, Römereschstraße, Brückenstraße zur Dornierstraße fortsetzen. Nach keiner weiteren Stunde trafen wir an der Dornierstraße vor dem Gelände der Fa. Hellmann ein. Die Fahrzeuge stellten sich auf den Parkstreifen, die zahlreichen Begleiter fuhren kurz nach Hause oder legten sich in unseren Wohnschlafwagen auf dem nahen Vereinsgelände schlafen.

Die Abladung :
Um 8.00 Uhr trafen an der Lok Mitglieder des Vereines mit Brötchen, Aufschnitt und frischen Kaffee ein. Kurzerhand wurde ein kleines Frühstücksbuffet vor der Lok aufgebaut. Gegen 8.30 Uhr, nachdem alle gestärkt ware, fuhren, die beiden Transportfahrzeuge über das Gelände der Fa. Rawie zur Spedition Hellmann. 50 m Meter vor der Laderampe wurde zunächst die Lok abgelden, mit der Zugmaschine einige Meter vorgezogen und dann der Schlepptender abgeladen. Ablauf der Handgriffe und Arbeiten waren wie beim Aufladen, nur das hier auf ein zusätzliches Gleisjoch verzichtet werden konnte. Als Arbeitshilfe stand ein Gabelstapler der Fa. Hellmann zur Verfügung.

Nachddem die Transporter abfahrbereit waren, wurden Lok und Tender mit den Notkuppeleisen gekuppelt.
Gegen 12.30 Uhr fuhren die Fahrzeuge der Fa. Kübler vom Speditionsgelände.

Die Fahrt zur neuen Heimat :
Gegen 16.30 fuhren wir mit unserer V 65 001 vom Zechenbahnhof Piesberg zum Anschlußgleis der Fa. Hellmann. Gegen 17.00 Uhr setzte wir uns mit der Dampflok am Haken in Bewegung. Erster Stopp war dann an der Weiche im Anschlußgleis an der Klöcknerstraße, wo wir Fahrwerkskontrolle und erneutes abschmieren vornahmen. Viele Schaulustige erwarteten uns dort schon und begleiteten den mit Schrittgeschwindigkeit fahrenden Trasnport bis in den Zechenbahnhof Piesberg Gleis 2.

An dieser Stelle möchten wir uns nochmals bei allen bedanken die die Umsetzung der Lok zum Zechenbahnhof Piesberg ermöglichten :

Kulturdezernent Sliwka und seinen Mitarbeitern der Stadt Osnabrück, den Bürgervereinen Schinkel und Schinkel Ost, der Spedition Hellmann für die Nutzung des Anschlußgleises und der sehr guten Ablademöglichkeit, der Berufsfeuerwehr Osnabrück für die Kranarbeiten und den Mitarbeitern der Fa. Kübler für einen reibungslosen Transport und eindrucksvollen Vorführung wo man mit einem Tieflader überall langfahren kann !
Unser besonderer Dank geht an die Piesberger Steinindustrie, insbesondere Eisenbahnbetriebsleiter Herrn Heinrich Obermeyer und allen Mitgliedern die dieses Aktion durch Mitarbeit und Unterstützung zum Erfolg führten.

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