Triebwagen VT60 531

Um den Personenverkehr auf Nebenbahnen zu beschleunigen und zu rationalisieren, beschaffte die Deutsche Reichsbahn nach längeren Experimentierphasen ab den 30er-Jahren größere Serien von 2- und 4-achsigen sowie mehrteiligen Triebwagen. Die Entwicklung begann mit Benzoltriebwagen mit mechanischer Kraftübertragung, später ging man zu Dieselmotoren mit elektrischer oder hydraulischer Kraftübertragung über.

Unser Triebwagen gehört zur Gattung BCPw4itrvT-36, welche 1939-1940 in einer Stückzahl von 40 Fahrzeugen gebaut wurden. Die Triebwagen hatten eine Sitzplatzanzahl von 6 (2. Klasse) bzw. 43 (3.Klasse), außerdem war ein Gepäckabteil vorhanden. Die originale Motorleistung betrug 225 PS, die Kraftübertragung erfolgte hydraulisch mit Antrieb auf eine Achse. In Dienst gestellt wurden die Fahrzeuge mit den Fahrzeugnummern VT137 347 - VT137 366 und VT137 377 - VT137 396.

Im Krieg waren viele Triebwagen zunächst abgestellt oder dienten der Wehrmacht, nach der Kapitulation wurden viele Triebwagen zunächst von den Besatzungsmächten eingesetzt.

Bei der DB verblieben nach dem Krieg 31 Triebwagen, sie erhielten zunächst die Baureihenbezeichnung VT 60.5, ab 1968 660.
Anfang der 50er-Jahre wurden die Triebwagen aufgearbeitet, so erhielten sie neue 250 PS-Motoren von MWM Typ RHS 518 A, welcher  u.a. auch in Loks der Baureihe Köf3 eingebaut wurde. Der Innenraum wurde dabei modernisiert, so erhielt auch die 3. Klasse Polstersitze.
Die letzten Triebwagen wurden bis 1972 eingesetzt, zuletzt von Rheine aus. Einige Fahrzeuge fanden später noch als Bahndienstfahrzeuge Verwendung.

Bei der DR (Ost) verblieben nur wenige Fahrzeuge, sie wurden bis 1970 ausgemustert.

Gebaut wurde unser Triebwagen 1940 bei der Düsseldorfer Waggonfabrik AG, DÜWAG mit der Fabriknummer 13142.  Er wurde im Juni 1940 bei der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft  unter der Betriebsnummer VT137 396 in Dienst gestellt und zunächst dem Bw Trier Hbf zugewiesen. 1946 wurde er im AW Friedrichshafen als Bereisungswagen für die Französische Militärregierung umgebaut. Am 07.09.1949 kam er unter der Nummer VT60 531 zur Deutschen Bundesbahn.

Abweichend von der Serienausführung erhielt er bei der Aufarbeitung 1951 18 Plätze 2. Klasse und 24 Plätze 3. Klasse. Ab 29.01.1966 wurde er in Rheine beheimatet. Am 01.01.1968 bekam das Fahrzeug die Nummer 660 531-5 zugewiesen.

1971 wurde das Fahrzeug zum Funkmeßtriebwagen umgebaut und am 15.09.1971 unter der Nummer 723 003-0 in Betrieb gestellt.

Am 27.05.1979 wurde der Triebwagen außer Dienst gestellt und gelangte zu den Hammer Eisenbahnfreunden. Diese verkauften den Triebwagen 1996 weiter an den Eisenbahnclub Aschersleben. 2006 erwarben wir Triebwagen und den dazu passenden Steuerwagen, beide letzte existierende ihrer Gattung. Somit soll eine stilechte und typische Garnitur restauriert werden.

Der Triebwagen ist in betriebsfähiger Aufarbeitung, bis Mitte 2010 bei der MaLoWa in Klostermannsfeld, nachdem die Arbeiten hier jedoch nur schleppend vorangingen, wurde der Wagen von der MaLoWa nach Osnabrück überführt, um hier die Aufarbeitung fortztusetzen.

Technische Daten:

Achsfolge (A1)2’
Motorleistung: 250 PS
Sitzplätze:  (zur Zeit nicht eingebaut)
- 2.Klasse: 18
- 3.Klasse: 24
Eigengew.: 37,0 t
LüP: 20,08 m
Drehzapfenabstand: 14,14 m
Bremse: HikP-Bremse mit Handbremse
Vmax: 80km/h
Warmwasserheizung mit Heizkessel
Baujahr:  1940

Im Verein seit: 2006
in Aufarbeitung

VT 60 531 nach der Übernahme durch ODF in Klostermannsfeld

 

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