Geschlossener Umbau-Güterwagen 21 80 143 3565 Glms207

Ähnlich wie bei den Personenwagen waren nach dem 2. Weltkrieg auch viele Güterwagen überaltert bzw. in einem schlechten Zustand. Auch hier zeigte sich, dass es wirtschaftlicher war, die alten Waggons nicht nur aufzuarbeiten, sondern an die aktuellen Bedürfnisse anzupassen. Auf diese Weise wurden (neben Neubeschaffungen) zwischen 1955 und ca. 1970 zahlreiche ältere 2 achsige geschlossene Güterwagen umgebaut.
Hierbei ging man 2 Wege: bei Wagen mit noch zeitgemäßen Untergestell (der 30 und 40er-Jahre) wurde nur ein neuer Wagenkasten aufgesetzt bzw. das Untergestell überarbeitet.
Bei Wagen früherer Bauarten wurden neue Wagen unter Verwendung alter Teile (z.B.: Träger, Achsen, Bremsanlage, Puffer…) gebaut. Diese Wagen (bei denen nach und nach immer weniger Alt-Teile verwendet wurden) entsprachen dem neu festgelegten UIC-Standardtyp.
Ende der 60er-Jahre wurden eigentlich nur noch Neubau- G-Wagen beschafft. Da jedoch in Folge anziehender Konjunktur kurzfristig mehr Wagen benötigt wurden, entschloss man sich, noch vorhandene Wagen der Kriegsbauart „Bremen“ einem vereinfachten Umbau zu unterziehen, wobei nur eine kurze Einsatzzeit eingeplant wurde. So wurden von 1966 bis 1970 ca. 3.600 Wagen umgebaut. Dabei blieb das Untergestell unverändert erhalten, wurde jedoch mit einem neuen Wagenkasten ausgerüstet, sodass die Wagen nicht der UIC-Standardbauart entsprachen. So erhielt der Wagenkasten nur vereinfachte Lüftungs- und Ladeluken, auf diese Weise waren sie nicht zum Transport von verderblichen Waren sowie Tieren geeignet. Dafür besaßen die Wagen jedoch 2,5m breite Türen (normal: 2,0m), wodurch palettierte Ware besonders gut zu transportieren war. Die Wagen waren mit Kunstharzplatten und modernem Stahldach ausgerüstet.
Bis Mitte der 80er-Jahre wurden die Wagen ausgemustert, auf Grund ihres noch guten Zustandes wurden sie jedoch vielfach noch als Bahndienst- oder Bahnhofswagen eingesetzt.

Unser Wagen wurde im Dezember 1969 vom Bundesbahn-Ausbesserungswerk Duisburg-Wedau umgebaut. Er lief als Glms207 mit der Nummer 21 80 143 3565. Ab den 80er-Jahren wurde er als Bahnhofswagen in Kettenheim (nahe Worms) mit der Nummer 61 850-4 eingesetzt. Nach weiteren Einsätzen in Frankfurt /M gelangte der Wagen zur Gleisbaufirma Die-Lei-GmbH in Kassel. Von dort erwarben wir ihn 2008 . Im Herbst 2011 wurde er aufgearbeitet.

Technische Daten:

Ladegewicht: 21,0 t
Eigengewicht: 9,7 t
Ladefläche: 23,6 m²
Lüp:  10,0 m
Achsstand: 7,0 m
Bremse: Hik-GP (Hildebrand-Knorr-Bremse)
Vmax:  100 km/h
Baujahr: 1969

Im Verein seit: 2008
Zustand: aufgearbeitet, zur Zeit nicht bahnamtlich zugelassen
 

Wagen 143 3565 vor der Aufarbeitung

 

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