Geschlossener Güterwagen 155 377 Grs-31

Mitte der 30er-Jahre begann die Deutsche Reichsbahn verstärkt, schnellläufige, gedeckte Güterwagen mit Heizleitung zur Mitnahme in Personenzügen zu beschaffen. Zu diesem Zweck waren bei den Wagen Bremsen mit GP-Wechsler vorgesehen, außerdem wurde der Achsstand verlängert, um die Überhänge zu verringern. Bei „normalen“ gedeckten Wagen war die kein Problem, jedoch bei großräumigen Güterwagen, da auf diese Weise der Achsstand auf 7,5 m hätte verlängert werden müssen, mit diesem Achsstand hätte aber viele damalige Gleiswaagen nicht mehr benutzt werden können. Daher wurde ein Achsstand von 7,0 m festgelegt und die Gesamtlänge des Wagens entsprechend verkürzt. So entstanden ab 1934 ca. 1.700 Güterwagen der Gattung Glhrs Dresden. Ein Teil der Wagen war mit untenliegenden Bremserhäusern ausgestattet, die Handbremsen dienten zu diesem Zeitpunkt allerdings nur noch zu Rangierzwecken. Die Wagen waren mit Druckluftbremse ausgerüstet, da die Wagen für 100 km/h zugelassen waren und daher in Personenzügen gut mitgenommen werden konnten, besaßen die Wagen eine Heizleitung. Um die Wagen auch in Russland einsetzen zu können, wurden viele Wagen so ausgerüstet, dass sie problemlos auf die russische Breitspur umgespurt werden konnten.
Später wurden bessere Waggonlaufwerke entwickelt, die auch bei einem Achsstand von 7,0 m wieder größere Waggonlängen erlaubten, sodass die Nachfolgebauarten des Glhrs Dresden wieder länger ausfielen. Daher wurden die Glhrs Dresden 1937 umgezeichnet auf Ghrs und dem Gattungsbezirk Oppeln zugeordnet. In den ersten Nachkriegsjahren wurden Die Wagen teilweise mit Blechdächern ausgerüstet.
Bei der DB bekamen die Wagen neue Betriebsnummern und wurden als Ghrs 31 eingereiht, bei manchen Wagen wurden die Bremserhäuser sowie die Heizleitungen entfernt, außerdem wurden bei einigen Wagen neue Lüftungs- und Ladeluken eingebaut.
Nach Einführung der computergerechten Wagennummern und Gattungen wurden die Wagen bei der DB Mitte der 60er-Jahre als Gklms195 bezeichnet und bekamen abermals neue Betriebsnummern. Die letzten Wagen wurden bei der DB 1974 ausgemustert bzw. als Bahndienstwagen weitergenutzt.

Über den Hersteller unseres Wagens ist leider nichts bekannt, er wurde im April 1935 in Dienst gestellt. Bei der DB erhielt er die Betriebsnummer 155 377. Später wurde die Heizleitung und Bremserhaus entfernt, ab Mitte der 60er-Jahre hatte der Wagen die Nummer 138 8 272. Ab 1969 wurde er als Stoffvorratswagen 541 mit der Betriebsnummer 945 5 233-5 eingesetzt, zunächst beim Gleisbauhof Köln-Nippes, später beim Gleisbauhof Opladen. Nach Ende dieses Einsatzes 1981 wurde der Wagen dann als Bahnhofswagen 65 385 beim Bahnhof Düsseldorf eingesetzt. Später gelangte er als Bahnhofswagen zu einem Gleishändler nach Hilden, von dort erwarben wir den Wagen Anfang 2003.
2007-2009 wurde er im Zustand der frühen 50er-Jahre aufgearbeitet..

Technische Daten:

Ladegewicht: 15,5 t
Eigengewicht: 12,02 t
Ladefläche:  24,2 m²
Lüp:  10,8 m
Achsstand: 7,0 m
Bremse: Kk-GP (Kunze-Knorr-Bremse)
Vmax:  100 km/h

Im Verein seit: 2003
Zustand: aufgearbeitet, zur Zeit nicht bahnamtlich zugelassen

oben: 155 137 Anfang 2003

 

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