Geschlossener Güterwagen 220 544 Gmrs-30

Ab 1938 ließ die Deutsche Reichsbahn als Weiterentwicklung des Austauschbauwagens Gr 20 geschweißte, schnellläufige, gedeckte Güterwagen bauen, insgesamt ca. 28.000 St, die dem Gattungsbezirks Oppeln zugeordnet wurden. Im Gegensatz zu den Gr 20 waren die Gmrs 30 geschweißt ausgeführt. Ein Teil der Wagen war mit untenliegenden Bremserhäusern ausgestattet, die Handbremsen dienten zu diesem Zeitpunkt allerdings nur noch zu Rangierzwecken. Die Wagen waren mit Druckluftbremse oder Druckluftleitung ausgerüstet, da die gebremsten Wagen für 100 km/h zugelassen waren und daher in Personenzügen gut mitgenommen werden konnten, besaßen viele Wagen eine Heizleitung, ggf. auch eine elektrische Heizleitung. Um die Wagen auch in Russland einsetzen zu können, wurden viele Wagen so ausgerüstet, dass sie problemlos auf die russische Breitspur umgespurt werden konnten.
In den ersten Nachkriegsjahren wurden die Wagen teilweise mit Blechdächern ausgerüstet.
Bei der DB bekamen die Wagen neue Betriebsnummern und wurden als Gmhrs 30 eingereiht, bei manchen Wagen wurden die Bremserhäuser entfernt, einige Wagen erhielten neue Lüftungs- und Ladeluken oder sogar neue Wände aus Platten statt Brettern. Einige Wagen wurden in den gemeinsamen Wagenpark „Europool“ mit eingebracht (so konnten die beteiligten europäischen Eisenbahnen diese Güterwagen frei bei jeder der beteiligten Bahnen einsetzen)
Nach Einführung der computergerechten Wagennummern und Gattungen wurden die Wagen bei der DB Mitte der 60er-Jahre als Glms200 bezeichnet und bekamen abermals neue Betriebs-nummern. Die letzten Wagen wurden bei der DB 1978 ausgemustert bzw. als Bahndienstwagen weitergenutzt. Ab 1960 wurden die Teile zahlreicher ausgemusterter Wagen zum Bau von Glmms 40 verwendet.

Unser Wagen wurde 1941 von der Waggonfabrik Danzig AG mit der Fabriknummer 18 707 gebaut.Bei der DB erhielt er die Betriebsnummer 220 544. Später wurde die Heizleitung entfernt, ab Mitte der 60er-Jahre hatte der Wagen die Nummer 145 0 237. 1970 bekam er seine letzte HU. Nach seiner Ausmusterung entfernte man seine Druckluftbremse, der Wagen wurde an einem Privatmann aus Bohmte verkauft und dort auf einem Abstellgleis der Wittlager Kreisbahn hinterstellt. Als dieses Gleis Ende 1994 geräumt werden musste, erhielten wir den Wagen im Rahmen einer Schenkung.
Der Wagen wurde daraufhin 1995/96 von uns im Zustand der 50er-Jahre aufgearbeitet, bei einer Überarbeitung im Jahr 2002 wurde die Bremsanlage wieder installiert.

Technische Daten:

Ladegewicht: zunächst 15,0, später 21,0 t
Eigengewicht: 10,3 t
Ladefläche:  21,2 m²
Lüp:  9,1 m
Achsstand: 6,0 m
Bremse: Hik-GP (Hildebrand-Knorr-Bremse)
V max:  100 km/h

Im Verein seit: 1994
Zustand:
aufgearbeitet, zur Zeit nicht bahnamtlich zugelassen
 

oben 220 544 im Dezember 1993 in Bohmte

 

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