Rungenwagen 426 218 Rmso-31

Zwischen 1938 und 1943 beschaffte die Deutsche Reichsbahn rund 24.000 geschweißte Rungenwagen dieser Bauart. Ihre Konstruktion war wesentlich moderner als die der Vorgängerbauarten: Die Wagen waren jetzt geschweißt, sämtliche Bord- und Seitenwände bestanden nun aus einer Stahlkonstruktion, nur die Seitenwandrungen bestanden, ebenso wie der Boden, aus Holz. Außerdem war der Achsstand der Wagen 1m länger als bei der Vorgängerbauart so waren die Wagen lauffähig bis 100 km/h (vorher: 65 km/h). Die meisten Wagen waren mit insgesamt 18 Seiten- und 4 Stirnwandrungen versehen, einige Wagen besaßen darüber hinaus eine Dampfheizleitung, um die Mitnahme in Personenzügen zu ermöglichen. Teilweise waren die Wagen mit einer Spurweitenwechselvorrichtung ausgestattet, um die Wagen in Russland einsetzen zu können. Manche Wagen waren mit Handbremse ausgerüstet, andere besaßen dagegen gar keine Bremsanlage. Zu dieser Zeit dienten Handbremsen nur noch zu Rangierzwecken, daher besaßen diese Wagen auch keine Bremserhäuser mehr. Um die Wagen universell einsetzen zu können, waren sämtliche Stirn- und Seitenwände klappbar, die Rungen konnten in Rungenkästen unter am Untergestell verstaut werden. Bei heruntergeklappten Stirnbordwänden konnten die Wagen von Straßenfahrzeugen (z.B. für die Wehrmacht) befahren werden, bei sperriger Last konnten die Fahrzeuge sogar mit heruntergeklappten Seitenwänden bewegt werden. Ab 1942 wurden die Wagen als entfeinerte Kriegsbauart beschafft.
Die Bauprinzipien dieses Wagens wurden im Prinzip bis in die 70er-Jahre beibehalten, so sehen noch die heute eingesetzten Rungenwagen diesem Typ ähnlich.
Bei der Deutschen Reichsbahn wurden die Wagen mit der Gattung Rm, Rms, Rmso oder Rmhs etc. dem Gattungsbezirk Stuttgart zugeordnet.
Bei der DB bekamen die Wagen eine neue Betriebsnummer und wurden als Rms 31 etc. eingereiht. Bei Wagen, die eine Dampfheizleitung besaßen, wurde diese teilweise im Laufe der Zeit ausgebaut, bei sämtlichen Wagen wurden die hölzernen Seitenwandrungen durch stählerne ersetzt oder entfielen ganz.
Nach Einführung der computergerechten Wagennummern und Gattungen wurden die Wagen bei der DB ab 1964 als Klms440 bezeichnet, hier liefen die Wagen im regulären Verkehr bis in die 90er-Jahre (zuletzt als Dienstwagen U-x 150), viele Wagen kamen danach als Bahndienstwagen zum Einsatz. 1994 wurden von der DB allerdings noch einige Wagen aus ex-DR-Beständen übernommen (als Kkklms 441), sie wurden jedoch bis 1997 ausgemustert. Selbst heute sind die Wagen noch vereinzelt als Bahndienstfahrzeuge anzutreffen.
Über Hersteller und Baujahr unseres Wagens ist leider nichts bekannt, bei der Bundesbahn erhielt er zunächst die Betriebsnummer 426 218 als Rms-31.
Ab Mitte der 60er-Jahre lief er unter der Betriebsnummer 343 2 108 als Klms440, ab 1976 wurde er als Wagen für Oberbaumaschinen mit der Nummer 951 5 266 in Hannover eingesetzt, seine letzte HU erhielt der Wagen 1993,
1997 erhielten wir den Wagen von der DBAG nach seiner Ausmusterung. Nach Einbau neuer Bodenbretter wurde er im Gleisbau eingesetzt.

2008/09 wurde der Wagen aufgearbeitet.

Technische Daten:

Ladegewicht: 21,0 t
Eigengewicht: 11,45 t
Ladefläche:  28,5 m²
Lüp:  12,1 m
Achsstand: 8,0 m
Bremse: Hik-GP (Hildebrand-Knorr-Bremse)
V max:  100 km/h

Im Verein seit: 1997
Zustand: aufgearbeitet, zur Zeit nicht bahnamtlich zugelassen
Einsatz im Gleisbau

oben: Wagen 426 218 vor der Aufarbeitung

 

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