Arbeitswagen 463 241 X-05
Umbau aus Holzwagen (Drehschemelwagen) H-10

Drehschemelwagen dienten zur Beförderung langer Gegenstände wie z.B. Baumstämme, Schienen usw.. Dazu konnten die Lasten auf den Drehschemeln zweier Wagen aufgelegt werden, die Verbindung der Wagen konnte dabei auch über das Ladegut erfolgen oder über spezielle, lange Kupplungseinrichtungen. Die Drehschemel konnten jedoch auch entfernt werden, um das (kurze) Ladegut auf nur einem Wagen zu befördern. Neben den Drehschemeln waren die Wagen mit 4 Seitenrungen ausgestattet, hatten jedoch keinerlei Bordwände.
Kurz nach der Jahrhundertwende begannen die deutschen Länderbahnen, gemeinsame Güterwagentypen zu konstruieren, um den Güterwagenpark zu vereinheitlichen. Diese Wagenbauarten werden deshalb Verbandsbauarten genannt. So wurde u.a. auch ein Holz- / Drehschemelwagen (Verbandsbauart A5) konstruiert und von den einzelnen Länderbahnen ab 1913 bis Mitte der 20er-Jahre beschafft, insgesamt ca. 8.000 St. Ein Teil der Wagen besaß Bremserhäuser, Güterzüge wurden noch bis Mitte der 20er-Jahre manuell von diversen Bremsern in Bremserhäusern gebremst.
Mit der Gründung der Deutschen Reichsbahn wurden die Wagen dem Gattungsbezirk Regensburg zugeordnet, erhielten eine neue Betriebsnummer, bei vielen Wagen wurde nach und nach eine Druckluftbremse oder zumindest eine Druckluftleitung eingebaut und die Stangenpuffer wurden durch Hülsenpuffer ersetzt.
Bei der DB bekamen die Wagen abermals eine neue Betriebsnummer und wurden als H-10 eingereiht. Teilweise wurden die Bremserhäuser entfernt und durch offene Bremserstände ersetzt.
Nach Einführung der computergerechten Wagennummern und Gattungen wurden die Wagen bei der DB ab Mitte der 60er-Jahre als Lck531 bezeichnet und bekamen nun ihre vierte Betriebnummer, Anfang der 70er-Jahre wurden die letzten Wagen ausgemustert bzw. als Bahndienstwagen weitergenutzt.

Ab 1930 wurden Holzwagen immer mehr entbehrlich, sodass ca. 4.000 von ihnen zu X-Wagen umgebaut wurden.

X-Wagen (Arbeitswagen) wurden zum Transport von Dienstgütern eingesetzt, waren jedoch weitgehend freizügig verwendbar, so wurden sie in den 50er-Jahren, als ein Mangel an Flachwagen bestand, auch zum Transport von fabrikneuen Kfz  eingesetzt. Da in der Regel mit X-Wagen aber kein Geld zu verdienen war, wurden sie oft aus alten Güter- oder Personenwagen hergerichtet, meistens als Flachwagen mit ca. 40 cm hohen Bordwänden.
Bei der Deutschen Reichsbahn wurden die Wagen dem Gattungsbezirk Erfurt zugeordnet, bei der DB erhielten viele Wagen der Länder,- Verbands- und Reichsbahnbauart ab 1951 das Gattungszeichen X-05. X-Wagen der Verbandsbauart schieden bis Anfang der 70er-Jahre aus dem Verkehr aus, teilweise wurden sie als Bahndienstfahrzeuge weiterverwendet. Diese Wagenbauart ist auch deshalb für die Osnabrücker bedeutsam da sie in großer Stückzahl im ehemaligen Ausbesserungswerk Osnabrück entstanden sind.

Über den Hersteller unseres Wagens ist leider nichts bekannt. Anhand der Ausführung seiner Handbremse kann sein Baujahr auf 1921/22 beziffert werden. Noch vor 1953 wurde er zum Arbeitswagen X-Erfurt 44 547, später X-05 mit der Nummer 463 241 umgebaut. Dabei erhielt er rundum 40 cm hohe Bordwände sowie 2 seitliche Ladeklappen. Anfang der 60er-Jahre wurde er zum Bahndienstwagen 3120 umgezeichnet. Ab Mitte der 60er-Jahre diente er als Müllwagen133 30 80 942 2501-5. Seit seiner Aufarbeitung 2006-2007 dient er uns als Arbeitswagen.

Technische Daten:
Ladegewicht:  17,5 t
Eigengewicht: 8,5 t
Lüp:  10,03 m
Achsstand: 4,5 m
Bremse: Kkg (Kunze-Knorr Güterzugbremse)
Vmax:  65 km/h
Baujahr 1921/22

Im Verein seit: 2006
Zustand: aufgearbeitet, zur Zeit nicht bahnamtlich zugelassen
Einsatz als Arbeitswagen

 

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