Schienentransportwagen 902 284 Sm-14

Schon bei der preußischen Staatsbahn wurden zum Transport der damals 12m langen Schienen sog. Schienentransportwagen mit 13m Ladelänge beschafft, welche vom Bochumer Verein Verkehrstechnik entwickelt wurden. Kurz nach der Jahrhundertwende begannen die deutschen Länderbahnen, gemeinsame Güterwagentypen zu konstruieren, um den Güterwagenpark zu vereinheitlichen. Diese Wagenbauarten werden deshalb Verbandsbauarten genannt. So wurde u.a. auch ein Schienentransportwagen (Verbandsbauart A11) konstruiert und von den einzelnen Länderbahnen ab 1911 bis 1926 in einigen Tausend Exemplaren als Weiterentwicklung der preußischen Konstruktion beschafft. Die Wagen besaßen alle keine Bremserhäuser. Sie waren mit 12 Seitenrungen, niedrigen Stirnwänden sowie Ladeschwellen ausgerüstet.
Mit der Gründung der Deutschen Reichsbahn wurden die Wagen dem Gattungsbezirk Augsburg zugeordnet, erhielten eine neue Betriebsnummer, bei vielen Wagen wurde nach und nach eine Druckluftbremse oder zumindest eine Druckluftleitung eingebaut.
Bei der DB bekamen die Wagen abermals eine neue Betriebsnummer und wurden als S 14 eingereiht. Die meisten Wagen wurden mit einem neuen, geschweißten Sprengwerk sowie stärkeren Achsen ausgerüstet, wodurch das Ladegewicht erhöht werden konnte.
Nach Einführung der computergerechten Wagennummern und Gattungen wurden die Wagen bei der DB ab Mitte der 60er-Jahre als Kp471 bezeichnet und bekamen nun ihre vierte Betriebnummer, Anfang der 70er-Jahre wurden die letzten Wagen ausgemustert bzw. als Bahndienstwagen weitergenutzt. Andere Wagen wurden noch mit neuen Laufwerken und Bordwänden ausgerüstet und wurden bis Mitte der 90er-Jahre als Kranschutzwagen eingesetzt.
Über Hersteller und Baujahr unseres Wagens ist leider nichts bekannt. Nach dem ersten Weltkrieg gelangte er nach Osteuropa, dort wurde er mit einer Westinghouse-Bremse ausgerüstet. Nach dem 2.Weltkrieg verblieb er in Westdeutschland, zunächst wurde er als Fremdwagen S 90 mit der Betriebsnummer 998 893 eingereiht.
In den 50er-Jahren wurde er mit einem neuen Sprengwerk ausgerüstet, ebenso wurde er als Sm 14 mit der Betriebsnummer 902 284 eingereiht.
Ab Mitte der 60er-Jahre lief er unter der Betriebsnummer 305 6 391, 1970 bekam er seine letzte HU.
Zuletzt war der Wagen als 63088 bei der Ga Osnabrück als Lagerwagen eingesetzt, 1997 übernahmen wir ihn.
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Im Sommer 2008 wurde der Wagen aufgearbeitet und präsentiert sich nun, beladen mit 2 Kleinloks im Zustand der 50er-Jahre

Wagen 902 284 vor der Aufarbeitung

Technische Daten:

Ladegewicht: zunächst 15,0, später 21,0 t
Eigengewicht: 10,5 t
Ladefläche:  35,7 m²
Lüp:  14,4 m
Achsstand: 8,0 m
Bremse: W-G (Westinghouse-Bremse)
Vmax :  65 km/h

Im Verein seit: 1997
Zustand: aufgearbeitet, zur Zeit nicht bahnamtlich zugelassen
Einsatz als Ausstellungsstück

 

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