Kübelwagen, vormals Piesberger Steinindustrie, Osnabrück

Ab ca. 1910 wurden von verschiedenen deutschen Bergwerken Kübelwagen eingesetzt. Mit ihnen wurde die Kohle (später auch Erz, Koks…) zum Hafen transportiert und dort auf Schiffe verladen. Dabei wurden die Kübel mit einem Kran von Wagen gehoben und entsprechend im Schiff geöffnet und so entladen. Auf diese Weise war eine effiziente Verladung der Kohle auf das Schiff möglich, ohne dass das Schiff dabei bewegt werden musste, wie es z.B. bei der Verladung mittels Waggonkippanlage und Kohlenrutsche nötig war. Außerdem konnten die Kübel kurz über dem Schiffsboden geöffnet werden, durch die geringe Fallhöhe wurden Kohle und Schiffsboden geschont.

Bis Anfang der 90er-Jahre wurden solche Kübelwagen auch im Piesberger Hafen eingesetzt. Sie wurden über eine Rutsche per LKW beladen, ein Kran nahm dann die Kübel auf und entlud sie im Schiff. Dieses Verladungsverfahren war notwendig bei der Verladung großer Steine auf ältere Schiffe mit Holzboden, da dieser sonst bei der Beladung beschädigt worden wäre. Die reguläre Beladung der Schiffe erfolgte schon länger direkt per LKW und Steinrutsche.
Da das im Hafen vorhandene Gleis keine Anbindung zu anderen Gleisnetzen mehr hat und keine Lok vorhanden war, wurden die Wagen mittels Seilwinde verschoben.
Die Verladeanlagen im Hafen stehen heute noch inkl. Kran, sie sind denkmalgeschützt.

Bei den Wagen handelt es sich um Bauarten der 10er/20er-Jahre, sie sind jeweils mit 2 Kübeln ausgestattet. Vermutlich wurden die Wagen in der Waggonwerkstatt der Georgsmarienhütte hergestellt. Dort wurde früher größere Stückzahlen derartiger Kübelwagen gebaut, die teilweise auch im Staatsbahnnetz eingesetzt waren.
Früher waren einige der Wagen im Hafen mit Bremse / Handbremse ausgestattet, diese wurde jedoch mangels Verwendung teilweise entfernt.
Wir erhielten den Wagen 1999, er dient seither als Ausstellungsstück.
Wir suchen noch dringend Fotos aus der Einsatzzeit des Wagens sowie Daten über den Wagen, um eine originalgetreue Aufarbeitung zu ermöglichen.

Technische Daten:

Lüp:  8,1 m
Achsstand: 4,1 m
Im Verein seit: 1999

Zustand: wie übernommen, zur Zeit nicht bahnamtlich zugelassen
Einsatz: Der Wagen dient als Ausstellungsstück

 

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